Herr Harms, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung als „Ehrenamtlicher des Monats“! Was bedeutet Ihnen diese Ehrung, und welche Rolle spielt das Ehrenamt in Ihrem Leben?
Ich habe mich sehr über diese Auszeichnung gefreut. Sie ist für mich nicht nur eine wunderbare Anerkennung für das Engagement im Verein, sondern würdigt auch all die Zeit und Energie, die man in das Ehrenamt investiert. Es gibt immer etwas zu tun, und oft fühlt es sich an, als wäre man täglich – oder zumindest jeden zweiten Tag – mit dem Ehrenamt beschäftigt. Dieses Engagement ist jedoch nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch eine Bereicherung.
Sie sind seit 2010 im ASB aktiv. Wie haben sich die Herausforderungen und Aufgaben in Ihrer Zeit beim ASB verändert?
Schon als Kind habe ich mich in der Arbeiter-Samariter-Jugend engagiert, und im Laufe der Jahre bin ich durch verschiedene Aufgaben an meinen Herausforderungen gewachsen. Es fällt auf, dass das Ehrenamt heute einen anderen Stellenwert hat als früher – immer weniger Menschen engagieren sich ehrenamtlich, und auch die Aufgaben haben sich deutlich verändert. Im Katastrophenschutz etwa hat sich der Fokus zunehmend auf die aktuellen Herausforderungen verlagert, was neue Anforderungen und eine andere Herangehensweise mit sich bringt.
Sie sind seit 2024 Verbandsführer. Was sind Ihre Hauptaufgaben in dieser Funktion, und welche Verantwortung bringen diese mit sich?
Ja, Ende letzten Jahres habe ich meinen Lehrgang abgeschlossen und leite nun eine Einheit im ASB-Regionalverband Lübeck. Die Aufgaben sind vielfältig und reichen von praktischen Dingen wie der Bestellung von Ausrüstung – etwa neuen Schuhen oder Helmen – bis hin zur Entwicklung von Konzepten, die im Katastrophenschutz der Stadt eine wichtige Rolle spielen. Es gibt stets viel zu tun, und jeder Tag bringt neue Herausforderungen mit sich.
Neben Ihrer Tätigkeit als Verbandsführer sind Sie Fachausbilder für Erste Hilfe und die Einsatzkräftegrundausbildung. Was fasziniert Sie an der Ausbildung neuer Einsatzkräfte?
Es liegt mir besonders am Herzen, mein Wissen weiterzugeben, die Vielseitigkeit des ASB sichtbar zu machen und praktische Tipps zu vermitteln. Ich möchte Menschen für Erste Hilfe sensibilisieren und sie dazu motivieren, im Notfall zu helfen. Gleichzeitig möchte ich durch mein Engagement auch andere für das Ehrenamt begeistern.
Welche besonderen Momente oder Einsätze Ihrer bisherigen Laufbahn beim ASB sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Zum Glück hatten wir im Katastrophenschutz bisher keine größeren Einsätze. Im Sanitätsdienst hingegen war ich schon oft im Einsatz – ob auf Festivals oder großen Konzerten, als Helfer oder auch in verantwortlicher Position. Doch auch die kleineren Einsätze, etwa auf dem Weihnachtsmarkt, tragen zur Vielseitigkeit der Arbeit bei und schaffen im Team besondere Momente. Gemeinsam Zeit zu verbringen und als Gruppe zusammenzuarbeiten, macht diese Tätigkeit so bereichernd.
Wie sieht Ihr Alltag im Ehrenamt aus? Gibt es eine typische Woche oder sind die Aufgaben sehr unterschiedlich?
Einen typischen Ablauf gibt es in meiner ehrenamtlichen Arbeit eigentlich nicht – jeder Tag bringt andere Aufgaben und Herausforderungen mit sich, die ich flexibel angehe. Hauptberuflich arbeite ich beim Ordnungsamt unter anderem im Bereich Brand- und Krisenvorsorge in der Nähe von Lübeck. Dadurch gelingt es mir, Beruf und Ehrenamt gut miteinander zu verbinden und beide Bereiche gewinnbringend zu vereinen.
Der ASB bietet nicht nur ehrenamtliche Tätigkeiten, sondern auch berufliche Möglichkeiten. Welche Chancen sehen Sie für Menschen, die beim ASB tätig werden möchten?
Der ASB ist in vielerlei Hinsicht äußerst vielseitig aufgestellt und bietet ein breites Spektrum beruflicher Einstiegsmöglichkeiten – ob in der Pflege, in der Kinder- und Jugendhilfe, im Rettungsdienst oder in weiteren Bereichen des sozialen Engagements. Auch das Ehrenamt eröffnet viele Wege zur persönlichen Verwirklichung. Wer darüber nachdenkt, beim ASB aktiv zu werden, kann bei uns beispielsweise an ein paar Dienstabenden teilnehmen, um einen Einblick in die Arbeit und die Dynamik des Teams zu bekommen. Oft hat man anfangs das Gefühl, dass das Team schon sehr eingespielt und verschlossen erscheint. Aber das sollte einen nicht abschrecken. Gerade in solch einem gut funktionierenden Team sind neue Impulse und frische Ideen sehr willkommen. Wir freuen uns wirklich über jeden, der sich engagieren und uns unterstützen möchte. Jeder neue Mitwirkende wird mit offenen Armen empfangen und in die Gruppe integriert. Es ist wichtig, Mut zu zeigen und einfach mal vorbeizukommen, um die Arbeit kennenzulernen.
Sie haben in jungen Jahren im Ehrenamt schon viel Erfahrung gesammelt. Welche Fähigkeiten und Qualitäten sind Ihrer Meinung nach besonders wichtig für die Arbeit beim ASB?
Die Fähigkeiten und Qualitäten, die man für die Arbeit beim ASB mitbringen sollte, hängen stark vom jeweiligen Tätigkeitsbereich ab. Im Bevölkerungsschutz etwa ist es besonders wichtig, selbstsicher und ruhig zu agieren, auch in anspruchsvollen Situationen. Ein gutes Gespür für Menschen und ihre Bedürfnisse hilft, da man oft direkt mit betroffenen oder hilfesuchenden Personen zu tun hat. Offenheit im Umgang mit Menschen ist daher eine wichtige Voraussetzung, um Vertrauen aufzubauen und effektiv zu helfen. Die Arbeit beim ASB erfordert zudem Teamgeist und die Bereitschaft, auf Augenhöhe zu kommunizieren – das schafft ein sicheres Umfeld, in dem jede und jeder zum gemeinsamen Ziel beitragen kann.
Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft beim ASB vor? Gibt es Ziele oder Projekte, die Sie in den kommenden Jahren angehen möchten?
Vor einiger Zeit haben wir eine Jugendeinsatzgruppe ins Leben gerufen, mit dem langfristigen Ziel, diese Gruppe kontinuierlich auszubauen und dauerhaft zu verankern. Es bereitet mir große Freude, junge Menschen im Bereich des Sanitätsdienstes auszubilden und ihnen das Wissen zu vermitteln, das sie befähigt, in Notfallsituationen umsichtig und kompetent zu reagieren. Deshalb könnte ich mir gut vorstellen, in Zukunft noch weitere Ausbildungszertifikate zu erwerben.