
Liebe Samariterinnen und Samariter,
Deutschland diskutiert wieder über den Wehrdienst – über Pflicht, Verantwortung und Zusammenhalt. Diese Debatte trifft einen Nerv, denn sie berührt zentrale Fragen unserer Zeit: Wie wollen wir Solidarität leben? Wie sichern wir die Handlungsfähigkeit unserer Gesellschaft in Krisen?
Der ASB hat dazu eine klare Haltung: Wir brauchen keinen neuen Pflichtdienst, sondern eine Stärkung der bestehenden Freiwilligendienste. Sie verbinden Freiwilligkeit, Bildung und Engagement – und bieten die beste Grundlage, junge Menschen für Verantwortung zu gewinnen.
Statt über Zwang zu sprechen, sollten wir darüber reden, wie freiwilliges Engagement gestärkt und attraktiver gemacht werden kann. Der Bundesfreiwilligendienst – geöffnet für den Wehrersatzdienst – kann auch eine zivile Antwort auf sicherheitspolitische Herausforderungen sein. Wer sich engagiert, schützt unsere Gesellschaft – im Pflegeheim, im Rettungsdienst oder im Bevölkerungsschutz.
Unsere Zeit ist geprägt von Krisen, die sich überlagern: Klimawandel, politische Konflikte, Pandemien und Naturkatastrophen. Der ASB begegnet ihnen mit Tatkraft und Verantwortung – und mit einem klaren Ziel: gesellschaftliche Resilienz zu stärken.
Das 2024 gestartete ASB-Resilienzprogramm zeigt, wie das gelingt: Es unterstützt Kommunen dabei, sich gezielt auf Krisen vorzubereiten. Resilienz heißt, Risiken zu erkennen, zu handeln und voneinander rechtzeitig zu lernen – nicht erst, wenn es zu spät ist.
Resilienz ist mehr als ein Konzept – sie ist eine Haltung. Sie verlangt Voraussicht, Solidarität und die Bereitschaft, füreinander einzustehen. Darum fordert der ASB, Katastrophenschutz, Sozial- und Bildungspolitik stärker zu verknüpfen und langfristig zu finanzieren.
Verantwortung kann man nicht verordnen – man muss sie ermöglichen.
Der ASB steht für eine Gesellschaft, die auf Freiwilligkeit, Bildung und Zusammenhalt baut. Wer Menschen stärkt und ihre Bereitschaft zum Engagement fördert, schafft das, was uns wirklich schützt: eine resiliente, solidarische Gemeinschaft.
Ihr
Knut Fleckenstein,
ASB-Bundesvorsitzender
