Im Dezember würdigte das Bundesministerium des Innern und für Heimat wieder besonderes ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz mit dem Förderpreis Helfende Hand. In der Kategorie Nachwuchsarbeit belegte das „Blaulichtprojekt Kreis Plön“, dem auch der ASB angehört, den ersten Platz.
Das „Blaulichtprojekt“ ist ein Zusammenschluss von sechs Hilfsorganisationen (ASB, DLRG, DRK, FFW, JUH, THW), die gemeinsam Einrichtungen wie Kitas und Schulen besuchen, um Kindern und Jugendlichen die Arbeit von Blaulichtorganisationen vorzustellen. Mit ihren lebensnahen pädagogischen Konzepten begeistern die ehrenamtlichen Projektmitglieder junge Menschen schon früh fürs Helfen. Die Geschichte dahinter: Ein Brand in einem benachbarten Kindergarten inspirierte eine Familie dazu, Kinder frühzeitig mit dem Rettungswesen vertraut zu machen. Aus der Idee am Küchentisch entwickelte sich ein Pilotprojekt, bei dem alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Außerdem unterstützen zwei
Erzieherinnen mit einem speziellen pädagogischen Konzept die Mission, stellen die Kontakte her und machen die Termine, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche mehr über die Nothilfe erfahren können. ![]()
Keine Angst vorm Rettungswagen
Thorsten Meyer, Vorstandsvorsitzender beim ASB-Regionalverband Plön und ehrenamtlicher Rettungsdienstmitarbeiter, ist überzeugt: „Der Kontakt baut Hemmschwellen ab und vermittelt nachhaltiges Basiswissen.“ Rund zehn Kitas und Grundschulen besuchte er mit seinem Team im vergangenen Jahr. Die Kleinen freuen sich schon Tage vorher auf den Besuch des ASB-Teams mit dem großen Einsatzfahrzeug. Einen Rettungstransportwagen kannten sie bisher nur aus dem Fernsehen, nun dürfen sie das großräumige Fahrzeug sogar von innen erkunden, Fragen stellen, das Blaulicht einschalten und eine Runde als „Patient“ auf der Trage erleben. Mit an Bord sind Pflastermäppchen und jede Menge ASB-Rettungsteddys – zum Trost für kleine Patient:innen.
Neben spielerischen Übungen wie „Pflasterkleben“ und „Verbändeanlegen“ liest das Team den kleinen Nachwuchsrettern aus dem ASB-Bilderbuch „Pia, Max und Bolle – drei Retter in der Not“ vor. Beim Zuhören lernen die Kinder schon im Vor- und Grundschulalter, wie sie anderen im Notfall beistehen und Hilfe holen können. Der Erste-Hilfe-Klassiker beschreibt auf kindgerechte Weise das richtige Verhalten am Notfallort und möchte die Angst vor Rettungsdienst und Krankenhaus nehmen. Mit so viel neuem Wissen ist es nicht weit bis zur Erlangung des „ASB-Pflasterführerscheins“, einer Auszeichnung mit Urkunde. „Je früher Kinder mit Themen wie Erste Hilfe, dem Absetzen eines Notrufs oder dem Umgang mit Feuer in Berührung kommen, desto besser kann sich dieses Wissen im Verlauf des Lebens festigen. So werden sie später zu kompetenten Erwachsenen, die auch in schwierigen Situationen zu handeln wissen“, erklärt Thorsten Meyer. ![]()
Mehr Anerkennung für Retter:innen
Zugleich möchte das Blaulicht-Team mit seinem Einsatz mehr Anerkennung fürs Ehrenamt erreichen und die Nachwuchsarbeit fördern. Das ist ihnen schon ein Stück weit gelungen, denn nach erfolgreicher Erprobungsphase im holsteinischen Kreis Plön steht fest: Das Konzept ist ein Erfolg und soll um fünf Jahre verlängert werden. Fördermittel kommen aus Töpfen der EU, vom Kreis Plön sowie von Firmen und Privatpersonen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser betonte bei der Preisverleihung in Berlin: „Ihr Engagement verdient großen Respekt …
Ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gäbe es keinen funktionierenden Bevölkerungsschutz in Deutschland.“ Das spornt an und motiviert, dranzubleiben.
Text: Alexandra Valentino