ASB Magazin
März 2025
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Wärme und Hoffnung schenken

Die Kältehilfe des ASB

© ASB/B. Bechtloff

Schon von Weitem sind die gelb leuchtenden Jacken der Samariterinnen und Samariter zu sehen, als diese am Abend des 6. Dezember auf dem Breslauer Platz in Köln mit geübten Handgriffen Tische und Kisten an ihren Platz tragen, um alles für die jährliche ASB-Kältehilfe vorzubereiten. Noch während Schlafsäcke, Essen und Getränke ausgepackt werden, sammeln sich erste obdachlose Menschen und warten darauf, dass die Verteilaktion beginnt.  

Mit seiner jährlichen Kältehilfe setzt sich der ASB für Menschen ein, die auf der Straße leben, um ihnen in der kalten Jahreszeit Wärme und Hoffnung zu schenken. Unterstützt wurden sie auch diesmal wieder von ASB-Präsidentin Dr. Katarina Barley. 

Medizinische Versorgung und Solidarität
Neben wintertauglichen Schlafsäcken überreichen die Samariterinnen und Samariter den Bedürftigen Hygieneprodukte wie Deo, Zahnbürste, Zahnpasta und Shampoo, aber auch Socken und Thermounterwäsche. Zudem werden warme Mahlzeiten, Tee und Kaffee angeboten. Unter den Hilfesuchenden ist auch Dirk. Dankbar nimmt er die warme Kleidung entgegen und erzählt, dass er seit November 2022 auf der Straße lebt. Während er vorsichtig seinen heißen Kaffee schlürft, hält er seinen neuen Schlafsack fest unter den Arm geklemmt. 

Auch für die medizinische Versorgung ist an diesem Abend gesorgt. Ehrenamtliche aus dem Rettungsdienst des ASB Köln prüfen Blutdruck und Blutzucker und versorgen kleinere Verletzungen. „Dazu gehört es auch, einen Verband anzulegen oder sich eine Wunde anzuschauen, die sich gebildet hat“, erklärt Rettungssanitäterin Marlissa Hombach, während sie gerade den Fuß eines obdachlosen Mannes untersucht. Oftmals seien die gesundheitlichen Probleme obdachloser Menschen schwerwiegender, weil sie keinen Zugang zu regelmäßiger medizinischer Versorgung haben, hält die junge Frau fest.

Die Zahl der wohnungslosen Menschen in Deutschland steigt kontinuierlich. Laut Wohnungslosenbericht 2024 der Bundesregierung haben mehr als 500.000 Menschen in Deutschland keine eigene Wohnung – deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Die Gründe dafür können persönliche und familiäre Krisen bis hin zu gesundheitlichen und psychischen Problemen sein. Der ASB möchte mit seiner Kältehilfe nicht nur Unterstützung durch Sachspenden bieten, sondern auch das Bewusstsein für die schwierige Situation von Wohnungslosen schärfen. ASB-Präsidentin Dr. Katarina Barley, die gerade ein Paar Socken einem Obdachlosen überreicht, betont: „Unser Ziel ist es, praktische Hilfe zu leisten und gleichzeitig ein Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit zu setzen.“ Solche Aktionen können vor allem dank der vielen motivierten und engagierten Menschen umgesetzt werden, die helfen möchten. 

Die Kältehilfe wurde auch diesmal in Zusammenarbeit mit dem Kölner Verein „Helping Hands Cologne“ durchgeführt, der sich intensiv für obdachlose Menschen in der Region einsetzt. 

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Text: Nadine Koberstein